Abstract der Vorträge vom Festakt am 13.09.2008


Renate Grasse, M.A., Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik:
Alte und neue Herausforderungen - 50 Jahre Friedenspädagogik

Die Studiengesellschaft für Friedensforschung zählt zu den ersten Organisationen, die Friedenserziehung als wichtige gesellschaftliche Aufgabe benannten und friedenspädagogische Themen aufgriffen. In den 60er Jahren wurde Friedenspädagogik als Erziehung zur Völkerverständigung und zum Friedensdenken verstanden. In den 70er Jahren veränderte sich der Friedensbegriff. Frieden sollte mehr sein als Abwesenheit von Krieg, es wurde nach den gesellschaftlichen Ursachen von Unfrieden gefragt. In den letzten zehn Jahren sieht sich die Friedenserziehung im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Friedenskultur. Das Selbstverständnis und die Schwerpunktsetzungen haben sich gewandelt. Geblieben ist die zivilgesellschaftliche Mitverantwortung für die Friedensfähigkeit der nachwachsenden Generation. Diese These möchte der Vortrag nachzeichnen.

      Den vollständigen Vortragstext als PDF-Datei downloaden

 

 


Prof. Dr. h.c. Karlheinz Koppe:
Friedensforschung in Deutschland, ein schwieriger Weg - Wie geht es weiter?

Die zentrale These meines Vortrags lautet: es herrscht in der Welt mehr Frieden als Krieg. Frieden ist der Normalzustand, über den zu berichten keine Notwendigkeit bestand und leider immer noch besteht. Krieg dagegen ist immer ein Medienereignis, das die tatsächlich existierenden Friedenszustände überschattet und die Mittel bindet, die für Friedensschaffung und Friedenswahrung dringend benötigt werden, obwohl - was immer wieder übersehen wird - die reichen Gesellschaften über genügend Mittel verfügen, um die Voraussetzungen für Frieden und Sicherheit zu schaffen - auch ohne Waffen! - Und weil das so ist, weil der Frieden gewissermaßen immer wieder übersehen, ja vergessen wird, ist Friedens- und Konfliktforschung notwendiger denn je. Ihre Fragestellung ist klar: Wie können wir dem Dilemma entgehen, Frieden durch militärische, kriegerische Gewalt schaffen zu wollen? Gibt es überhaupt einen gerechten Krieg? Wie kann ein gerechter Frieden aussehen? Was können wir nicht nur aus Kriegsverläufen, sondern aus Friedenszuständen in Vergangenheit und Gegenwart lernen?

      Den vollständigen Vortragstext als PDF-Datei downloaden

 


Dr. Peter Barth:
Der bedrohte Frieden - Wassermangel - eine Herausforderung einer zukünftigen Friedensforschung

Bericht aus der Praxis Wasser ist Leben - dazu braucht der Mensch täglich mindestens anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit. Die Nutzung des Wassers ist auch wirtschaftlich von großer Bedeutung; eine qualitativ und quantitativ ausreichende Wasserversorgung ist Voraussetzung jeder nachhaltigen Entwicklung. Das Wasser hat zudem wesentlichen Anteil am Klimageschehen und ist entscheidend beteiligt an Prozessen der Lithosphäre (Verwitterung von Gestein, Formung von Landschaften über Wassererosion und Frostsprengung) und Pedosphäre (Verlagerung von Stoffen im Profil, Humusbildung); es ist die Grundlage aller Lebensvorgänge auf der Erde. Diese Funktionen des Wassers als Lebensmittel, als ökonomische Ressource und als ökologisches Medium werden zudem in einer kulturellen Rolle reflektiert: Wasser war und ist in vielen Ländern ein wichtiges Kulturelement mit ausgeprägten mythologischen und teilweise religiösen Bezügen. Obwohl Wasserprobleme immer an einem konkreten Ort oder in einer bestimmten Region auftreten, also standortspezifisch sind, ist es angebracht, von globalen Wasserproblemen zu sprechen, zumal Häufigkeit, Ausmaß und Reichweite der lokalen und regionalen Probleme rasch zunehmen. Wasser ist das Lebenselexier schlechthin. Die Verfügbarkeit von Wasser entscheidet über Leben oder Tod, Prosperität oder Verelendung; Wasserknappheit und Wasserverschmutzung können Anlass bieten für soziale Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen.

      Den Denkanstoss Nr.56 "Wasser - ein globales politisches Problem" als PDF-Datei (43,3 MB) downloaden